Kurt Löwenstein und der Murmelmörder

23.11.2017

Ein Bericht von Charlotte Thiesies

 

Seit 1997 betreibt die Jugendbildungsstätte „Kurt Löwenstein“ in Werftpfuhl/Werneuchen Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche. Demokratie und Partizipation sind nur einige Schwerpunkte, die das Haus setzt, um das politische Interesse der SchülerInnen zu fördern und sie zu befähigen, selbst politisch aktiv zu werden.

Für die Tesla-Schule bot sich auch in diesem Schuljahr wieder die Möglichkeit, dass unsere KlassensprecherInnen-Teams gemeinsam eine Seminarfahrt ins „Kurt Löwenstein“ unternehmen.

Besonderes Highlight: auch unsere GrundschülerInnen der 5. und 6. Klasse konnten, neben der Sek I, in diesem Jahr mit dabei sein, um die Aufgaben, Rechte und Pflichten der GesamtschülerInnenvertretung (kurz GSV) kennenzulernen und eigene Projekte für die Schule zu entwickeln. Begleitet wurden die Kinder und Jugendlichen von unseren SchulsozialarbeiterInnen Kristin Nrecaj, Tim Zieger und Charlotte Thiesies.


Der Zug kam verspätet, sodass wir auf den Bus warten mussten. Dennoch war die Stimmung ausgelassen und fröhlich an diesem 16. Oktober 2017, denn die Sonne ließ den Herbst in seinen schönsten Farben leuchten. Und als wir endlich das „Kurt Löwenstein“ erreichten, hatten die ersten Kids schon längst ihre Jacken ausgezogen und genossen die warme Oktoberluft.

Unsere Workshop-Leiter und Ansprechpartner für die kommende Woche begrüßten uns herzlich: Gregor, den wir aus dem Vorjahr schon kannten, Bernard und Daniel. Die diesjährige Seminarwoche hatte mehrere Schwerpunkte: Einerseits ging es darum, die SchülerInnen für das Thema Gemeinschaftsschule zu sensibilisieren und die Arbeit der GSV verstärkt in dem Bereich zu unterstützen. Zudem würden Projektmanagement, -entwicklung und Gremienarbeit wichtige Aspekte der gemeinsamen Arbeit bilden, umrundet von zahlreichen Teambuilding- & Kommunikationsspielen zur Stärkung des GSV-Teams.

Auch das beliebteste Spiel durfte da nicht fehlen. Horst, ein quietschendes Plastikhuhn, empfing die Kids am nächsten Tag im hohen Gras und wartete sehnlichst darauf gestohlen und entführt zu werden. Über den Hof schallten die Stimmen der Workshopleiter „WO IST HORST?“ und die Kids stürmten lachend, springend und rutschend auf den kleinen Vogel zu, um ihn heimlich zu stehlen und über die eigene Ziellinie zu bringen. Der Jubel war groß als das Spiel geschafft und Horst gerettet war. Schon gab es Mittagessen, eine ausgedehnte Pause und den zweiten Block Seminararbeit.

Der Tagesablauf war durchgeplant. Das Zeitprogramm – straff. Mehrere Seminarblöcke täglich absolvierten die SchülerInnen bis in den Nachmittag hinein. Der Spaß durfte dennoch nicht zu kurz kommen – und das tat er auch nicht.

Die Abende verbrachten die Kids mit ihren SozialarbeiterInnen bei Werwolf, Sing-Star, Lagerfeuer und Stockbrot, Tabu oder Film. Selbst für die Sozialarbeit war es erstaunlich, wie schnell sich die Gruppe als Team fand. Egal ob Fünft- und Zehntklässler oder Siebt- und Neuntklässler – die Kids fanden zusammen, halfen sich gegenseitig und verbrachten die Abende gemeinsam in der Gruppe.

Am vierten Tag stellten unsere WorkshopleiterInnen ein weiteres Spiel für die Runde vor, da wir gar nicht genug von den vielen Teamspielen bekommen konnten: „Der Murmelmörder“. Zwei geheime TäterInnen. Der Tatort: “das Kurt Löwenstein”. Die Tatwaffe: zwei Murmeln. Die Tatzeit: ständig und überall außerhalb der Seminarzeiten und -räume. Alle SchülerInnen wurden DetektivInnen. Es wurde gerätselt und kombiniert, die Spuren verwischt, die Toten schwiegen und am Ende siegten die MurmelmörderInnen. Es war ein riesiger Spaß!

War in den Vortagen die Atmosphäre noch ausgelassen, stieg die Anspannung am letzten Tag. Denn hier wurde es für die GSV ernst. Unsere Schulleiterin Frau Wessolowski besuchte das „Kurt Löwenstein“, in Begleitung zweier Elternsprecherinnen und dem Vertrauenslehrer Herrn Fink.

Endlich konnten die Kinder und Jugendlichen zeigen, wie viel sie in den letzten Tagen gelernt und entwickelt hatten. In einer Fishbowl-Runde, moderiert von einer Schülerin und unterstützt durch Bernard unseren Workshopleiter, stellte die SchülerInnenschaft ihre erarbeiteten Ideen und Projekte für die Tesla-Schule vor und diskutierte mit den Gästen darüber. Am Ende gab es Blumen und anerkennende Worte der Schulleiterin, die ein großes Lob für das Engagement unserer GSV aussprach. Es sind viele wunderbare Ideen entstanden, die darauf warten, verwirklicht zu werden.

 

Wir alle sind sehr gespannt, wie die Arbeit der GSV sich in diesem Schuljahr weiterentwickelt.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein, die uns die Fahrt ermöglicht hat. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im schönen Werftpfuhl.

 

 

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